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Dänemark für Kunstinteressierte

Dänemark ist für Kunstinteressierte ein erstaunlich reiches Reiseland – hier gibt es eine lebendige Kunstszene, bedeutende Museen und eine Tradition in Design und Architektur, die ihresgleichen sucht. Dieser Artikel führt durch die wichtigsten Kunstadressen im ganzen Land — von Kopenhagen bis zu den Inseln.

Kopenhagen: Weltklasse auf engem Raum

Kopenhagens Museumslandschaft ist für eine Stadt dieser Größe bemerkenswert dicht. Das Statens Museum for Kunst (SMK) ist das größte Kunstmuseum Dänemarks und zeigt europäische Malerei vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart — mit einem besonderen Schwerpunkt auf dänischer Kunst des Goldenen Zeitalters. Der Eintritt ist für die Dauerausstellung kostenlos, was in dieser Kategorie europaweit selten ist.

Direkt nebenan liegt die Hirschsprungske Samling — eine private Sammlung dänischer Kunst des 19. Jahrhunderts in einem der schönsten Museumsgebäude der Stadt. Wer sich für die dänischen Impressionisten interessiert, kommt hier nicht vorbei.

Weitere Kunstadressen in Kopenhagen:

  • Ny Carlsberg Glyptotek — eine der bedeutendsten Antikensammlungen Nordeuropas, gegründet vom Bierbaron Carl Jacobsen. Die Wintergärten im Inneren des Gebäudes sind allein schon einen Besuch wert.
  • Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk, 35 Kilometer nördlich der Stadt — eines der schönsten Museen der Welt. Die Gebäude schmiegen sich an den Hang zum Øresund, die Skulpturengärten mit Blick nach Schweden sind legendär. Calder, Giacometti, Warhol — und immer wieder dänische Gegenwartskunst.
  • ARKEN Museum for Moderne Kunst südlich von Kopenhagen — ein Gebäude in Schiffsform direkt am Strand. Starke Wechselausstellungen, eine Dauersammlung mit Damien Hirst und anderen Gegenwartsgrößen.
  • Davids Samling — die bedeutendste islamische Kunstsammlung Nordeuropas, kostenlos zugänglich, in einem Stadtpalais untergebracht. Ein stiller Geheimtipp.

Aarhus: Die lebendige Kunststadt

Aarhus hat sich in den letzten Jahren zu einer ernstzunehmenden Kunstmetropole entwickelt. Das ARoS Kunstmuseum ist das meistbesuchte Kunstmuseum außerhalb Kopenhagens — und verdient diese Aufmerksamkeit. Das Regenbogenpanorama von Olafur Eliasson auf dem Dach ist inzwischen ikonisch, aber die Sammlungen im Inneren halten, was das Äußere verspricht: dänische Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart, klug gehängt und gut erklärt.

Wer tiefer in die Aarhusianer Kunstszene eintauchen will, erkundet das Viertel rund um die Møllestien — eine der malerischsten Gassen Dänemarks, von Malern des 19. Jahrhunderts immer wieder festgehalten. Heute haben sich hier Galerien und Ateliers angesiedelt.

  • Kunsthal Aarhus — ein Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst ohne eigene Sammlung, dafür mit ambitionierten Wechselausstellungen und einem starken Fokus auf junge internationale Künstler.
  • Moesgaard Museum — streng genommen ein archäologisches Museum, aber das Gebäude von Henning Larsen Architects ist selbst ein Kunstwerk. Das begrünte Dach, das sanft in den Hügel übergeht, ist einer der schönsten Orte Jütlands.

Louisiana und die Nordküste: Eine Museumsreise entlang des Øresund

Die Küstenstraße nördlich von Kopenhagen ist eine der dichtesten Kunstrouten Europas. Innerhalb von 50 Kilometern liegen mehrere Weltklasse-Adressen:

  • Louisiana in Humlebæk — bereits erwähnt, aber es lohnt, einen halben Tag einzuplanen. Die Kombination aus Architektur, Natur und Sammlung ist einzigartig.
  • Ordrupgaard in Charlottenlund — ein Landsitz mit einer feinen Sammlung französischer Impressionisten und dänischer Malerei. Der Erweiterungsbau von Zaha Hadid ist architektonisch bedeutend.
  • Sophienholm in Lyngby — ein kleineres Ausstellungshaus in einem Herrenhaus am See, das regelmäßig interessante Wechselausstellungen zeigt.

Fünen und Bornholm: Inselkunst

Bornholm hat eine ungewöhnlich starke Kunsttradition für eine Insel dieser Größe. Das Bornholms Kunstmuseum liegt spektakulär in den Klippen bei Gudhjem — das Gebäude selbst ist eine Sehenswürdigkeit. Die Sammlung zeigt vor allem die sogenannten Bornholmer Maler, eine Gruppe impressionistischer Künstler, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts vom besonderen Licht der Insel angezogen fühlten.

In den Töpferstädten Gudhjem und Svaneke haben sich Keramiker und Kunsthandwerker angesiedelt, deren Ateliers man besuchen kann. Das dänische Kunsthandwerk hat auf Bornholm eine lebendige Gegenwart.

Auf Fünen lohnt das Brandts in Odense — ein Kunstmuseum und Kulturzentrum in einer ehemaligen Textilfabrik, das Gegenwartskunst mit Medienkunst und Fotografie verbindet.

Schlösser als Kunstorte

Dänische Schlösser sind keine leeren Kulissen — sie beherbergen bedeutende Kunstsammlungen. Rosenborg Slot in Kopenhagen zeigt die dänischen Kronjuwelen und königliche Sammlungen aus vier Jahrhunderten. Frederiksborg Slot in Hillerød beherbergt das Nationalhistorische Museum mit Porträts und Kunstwerken aus der dänischen Geschichte — in einem der schönsten Renaissanceschlösser Nordeuropas.

Praktische Hinweise für Kunstreisende

Viele dänische Museen bieten kombinierten Eintritt für mehrere Häuser an. Das Copenhagen Card schließt zahlreiche Museen ein und lohnt sich bei einem längeren Aufenthalt. Wer gezielt reist, sollte vorab prüfen, welche Wechselausstellungen laufen — die Programme sind auf den jeweiligen Museumswebsites aktuell.

Die beste Reisezeit für Kunstinteressierte ist Herbst und Winter — die Museen sind weniger voll, und das gedämpfte nordische Licht schafft eine Stimmung, die man in den Sammlungen wiedererkennt. Louisiana im Schnee ist ein Erlebnis für sich.

Für eine erste Orientierung empfiehlt sich die Seite VisitDenmark Kunst & Kultur mit aktuellen Ausstellungstipps und regionalen Empfehlungen.

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