Kim Fupz Aakeson gewinnt DR Romanpreis 2026
In Aarhus wurde am vergangenen Samstag der DR Romanpreis 2026 verliehen. Die Auszeichnung ging an Kim Fupz Aakeson für seinen Roman ‚Skyggen foran mig‘ (Der Schatten vor mir). 135 Leseklubs im ganzen Land hatten seit Dezember über sechs nominierte Werke diskutiert und abgestimmt. Die Preisverleihung im Dokk1 wurde live auf P1 und DR LYD übertragen.
Ein Mann, drei Zeitebenen
Aakesons Roman erzählt von einem Mann, der seine Frau getötet hat und dafür im Gefängnis saß. Die Geschichte entwickelt sich auf drei Ebenen: in der gescheiterten Ehe mit Gewalt und Missbrauch, während der Haftzeit und später auf dem Jakobsweg, den der Protagonist nach seiner Entlassung geht. Im Gefängnis nennen ihn die Mitinsassen „Paven“ — den Papst — weil er die gesamte Bibel gelesen hat.
Die Jury würdigte das Werk als „einfühlsame und harte Familiengeschichte“. Jurymitglied Mette Willumsen, die auch durch die Preisverleihung führte, betonte die literarische Qualität der Erzählung. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Kronen dotiert.
Produktiver Vielschreiber
Kim Fupz Aakeson, 67 Jahre alt, debütierte 1984 als Kinderbuchautor. Seitdem hat er rund 250 Titel veröffentlicht — ein Durchschnitt von sechs Büchern pro Jahr. Der ausgebildete Drehbuchautor der Dänischen Filmschule arbeitet in unterschiedlichen Genres: Kinderbücher, Jugendromane, Literatur für Erwachsene. Bereits 2019 stand er mit dem Roman ‚Bådens navn‘ auf der Nominierungsliste des DR Romanpreises.
Obwohl ‚Skyggen foran mig‘ im April 2025 erschien, ist es längst nicht Aakesons neueste Veröffentlichung. Auf der Website der dänischen Bibliotheken stehen neun weitere Titel nach diesem Roman — überwiegend Bilder- und Kinderbücher sowie ein gelobter Jugendroman. Diese Produktivität ist typisch für Aakesons Arbeitsweise.
Wie der DR Romanpreis funktioniert
Der Preis entsteht durch ein besonderes Verfahren: Eine Jury aus Literaturexperten von DR Nyheder und den dänischen Bibliotheken wählt sechs Romane aus. Von Dezember bis Mai diskutieren landesweit Leseklubs monatlich diese Bücher. In dieser Saison waren es 135 Klubs — 15 mehr als im Vorjahr. Die Teilnehmer geben ihre Stimme ab, müssen ihre Entscheidung aber nicht begründen.
Neben Aakeson waren nominiert: ‚Spænd‘ von Dorthe Nors, ‚Kunstnerhjem‘ von Amalie Laulund Trudsø, ‚Ude for uden‘ von Niels Krause-Kjær, ‚Habitat‘ von Theis Ørntoft und ‚Blokkene‘ von Deniz Kiy. Die Entscheidung fiel zugunsten einer Geschichte über Schuld, Strafe und den schwierigen Weg zurück ins Leben — Themen, die Aakeson ohne Sentimentalität verhandelt.
