Bus und Bahn in Dänemark bezahlen — was nach dem Rejsekort gilt

Das blaue Rejsekort ist Geschichte. Zwei Jahrzehnte lang war die Plastikkarte der Standard, um in Dänemark Bus, Bahn und Metro zu bezahlen — seit Sommer 2026 funktioniert sie nicht mehr. Wer jetzt nach Dänemark fährt, steht vor der Frage, was stattdessen gilt. Die Antwort ist einfacher, als der Umbau vermuten lässt.

Die kurze Antwort für Besucher

Wer für ein paar Tage kommt, braucht sich mit dem Rejsekort-System gar nicht zu beschäftigen. Zwei Wege reichen:

  • City Pass — für Kopenhagen und Umgebung. Unbegrenzte Fahrten in einer Zone für einen gewählten Zeitraum. Der City Pass Small deckt Innenstadt, Metro, die meisten touristischen Ziele und den Flughafen ab. Für einen dichten Besichtigungstag rechnet er sich fast immer gegenüber Einzeltickets.
  • Rejsebillet-App — für alles andere. Einzelfahrscheine und City Pass werden vor der Fahrt gekauft, kein Ein- und Auschecken nötig. Genau deshalb ist diese App für Besucher der unkomplizierteste Weg.

Beides funktioniert ohne dänisches Konto und ohne die Registrierung, die das reguläre Rejsekort-System verlangt.

Die drei Wege im Detail

Rejsekort-App

Der direkte Nachfolger der Karte, mit demselben Prinzip: vor der Fahrt einchecken, danach auschecken, abgerechnet wird nach gefahrener Strecke. Das lohnt sich für alle, die regelmäßig fahren und unterschiedliche Strecken nutzen. Rund 3,3 Millionen Menschen nutzen die App bereits — gegenüber etwa 190.000, die zuletzt noch mit der physischen Karte unterwegs waren.

Für Kurzbesucher ist die App eher umständlich: Das Ein- und Auschecken will nicht vergessen werden, und die Einrichtung ist auf dänische Nutzer zugeschnitten. Wer nur ein paar Tage bleibt, fährt mit Rejsebillet oder City Pass entspannter.

Basiskort

Die gelbe Karte für alle, die kein Smartphone nutzen wollen oder können. Sie füllt bewusst die Lücke, die das Ende der blauen Karte hinterlässt — Dänemarks Digitalisierung ist konsequent, aber nicht rücksichtslos. Erhältlich unter anderem an Automaten und Verkaufsstellen.

DSB-App für Fernstrecken

Für Zugfahrten zwischen den Städten — Kopenhagen nach Aarhus, Odense oder Aalborg — ist die App der dänischen Staatsbahn die bessere Wahl. Dort gibt es Sitzplatzreservierungen und die vergünstigten Orange-Tickets, die es nur mit Vorausbuchung gibt und die deutlich günstiger sein können als der Normalpreis. Wer seine Reise plant, sollte hier zuerst nachsehen.

Was mit altem Guthaben passiert

Wer noch ein Restguthaben auf einer alten Karte hatte, muss nichts tun: Der Betrag wird automatisch auf das NemKonto überwiesen, das dänische Konto für staatliche Zahlungen. Eine Ausnahme gilt für anonyme Karten ohne hinterlegte Personendaten — hier muss die Erstattung selbst beantragt werden. Das betrifft in der Praxis vor allem Besucher, die sich damals eine Karte am Automaten gezogen haben.

Wie die Abschaltung ablief

Die Umstellung erfolgte in zwei Schritten, was in vielen Berichten untergeht:

  • 28. Mai 2026 — letzter Tag für das Einchecken mit der physischen Karte in Bussen, Lokalbahnen und Straßenbahnen in Jütland und auf Fünen.
  • 29. Juni 2026 — letzter Tag auf Seeland, Lolland, Falster und Møn sowie in allen DSB- und GoCollective-Zügen im ganzen Land.

Der Zeitversatz hatte einen praktischen Grund: Rund 70 Prozent der verbliebenen Kartennutzer leben auf Seeland, und einzelne Basiskort-Fahrscheinarten standen erst später zur Verfügung. Der Grund für das Ende der Karte selbst war schlicht Technik — die Infrastruktur dahinter war veraltet und nicht mehr wartbar.

Was das über Dänemark sagt

Der Vorgang ist typisch für dänische Verwaltungspraxis: Eine Umstellung, die anderswo jahrelange Debatten ausgelöst hätte, lief hier weitgehend geräuschlos ab — mit einer Übergangsfrist, einer analogen Rückfalloption für alle, die sie brauchen, und automatischer Erstattung statt Antragsverfahren. Wer Dänemark im Alltag erlebt, begegnet dieser Haltung immer wieder.

Für Reisende bleibt die Erkenntnis erfreulich unspektakulär: Bus und Bahn zu bezahlen ist in Dänemark einfacher geworden, nicht komplizierter.

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