Bornholm: Anreise, beste Reisezeit und was sich lohnt
Bornholm liegt mitten in der Ostsee, näher an Schweden als an Dänemark. Die Insel ist klein genug, um sie an einem Wochenende zu erfassen, und groß genug, um immer wieder neu zu überraschen. Wer aus Deutschland anreist, nimmt meistens die Fähre ab Sassnitz. Drei Stunden und zwanzig Minuten dauert die Überfahrt nach Rønne, betrieben von der Bornholmslinjen. Wer flexibel ist, sollte früh buchen. Die Preise schwanken je nach Saison und Auslastung erheblich.
Wann nach Bornholm fahren?
Bornholm trägt den Spitznamen Solskinsøen, Sonneninsel. Das kommt nicht von ungefähr. Die Insel hat im Sommer messbar mehr Sonnenstunden als die jütländische Westküste. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September. Juli und August sind ideal für Badeurlaub, aber auch am vollsten. Wer es ruhiger mag, fährt im Juni oder in der ersten Septemberhälfte. Die Temperaturen sind angenehm, die Strände weniger überlaufen, die Unterkünfte günstiger. Im Winter wird es still auf der Insel. Manche mögen genau das.
Hammershus und die Rundkirchen
Die Burgruine Hammershus thront auf einer Klippe an der Nordspitze Bornholms. Sie ist Nordeuropas größte Burgruine und wurde um das Jahr 1300 fertiggestellt. Der Blick von hier oben über die Ostsee ist grandios. Von Ostern bis Herbst werden geführte Touren angeboten, bei denen Kinder mittelalterliche Kleidung anprobieren und Waffen in die Hand nehmen dürfen. Die Ruine selbst ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt.
Bornholm hat vier Rundkirchen: Østerlars, Nylars, Olsker und Nyker. Sie wurden im 12. Jahrhundert gebaut, wuchtig wie kleine Festungen, innen überraschend hell. Die Rundkirche in Østerlars ist die größte und älteste. Alle vier sind gut ausgeschildert und lassen sich problemlos mit dem Auto oder Fahrrad ansteuern. Sie liegen verstreut über die Insel, was eine Rundfahrt nahelegt.
Räuchereien und Rundfahrt
An der Küste reihen sich die Røgerier aneinander. Das sind die klassischen Bornholmer Räuchereien, in denen Hering über Erlenholz geräuchert wird. Die bekannteste steht in Gudhjem, direkt am Hafen. Dort isst man am besten draußen auf den Holzbänken, mit Blick aufs Wasser. Auf dem Teller landen geräucherter Hering, Roggenbrot, Eigelb und Schnittlauch. Sol over Gudhjem heißt das Gericht, Sonne über Gudhjem. Das Eigelb ist die Sonne.
Bornholm lässt sich gut an einem Tag umrunden. Die Insel ist nur 40 Kilometer lang. Trotzdem sollte man sich Zeit nehmen. Unterwegs liegen kleine Häfen, Felsküsten, Wälder und die Sanddünen von Dueodde im Süden. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, braucht zwei bis drei Tage. Die Insel ist hügelig, aber nie anstrengend. Die meisten fahren im Uhrzeigersinn, weil man so die Küste immer auf der rechten Seite hat.
Übernachten und Unterkunft
Auf Bornholm gibt es Hotels, Bed & Breakfasts, Campingplätze und Ferienhäuser. Die Preise sind vergleichbar mit dem restlichen Dänemark, also höher als in Deutschland, aber nicht extrem. Wer ein Ferienhaus bucht, sollte früh dran sein. Besonders die Häuser in Strandnähe sind im Sommer schnell vergeben. Viele Unterkünfte liegen außerhalb der größeren Orte, was Ruhe bedeutet, aber auch ein Auto voraussetzt. Camping ist auf der Insel weit verbreitet und gut organisiert. Die meisten Plätze haben moderne Sanitäranlagen und liegen nur wenige Hundert Meter vom Strand entfernt.
Strände und Natur
Der bekannteste Strand liegt bei Dueodde im Süden. Der Sand ist so fein, dass er früher zur Herstellung von Sanduhren verwendet wurde. Das Wasser ist flach, der Strand breit. Im Hochsommer kann es voll werden, aber die Küste ist lang genug, um immer noch ein ruhiges Plätzchen zu finden. Wer felsige Küsten bevorzugt, fährt an die Nordküste. Dort gibt es kaum Sandstrände, dafür spektakuläre Klippen und Felsformationen. Das Wasser ist klar, aber oft etwas kühler als im Süden.
Im Inselinneren wechseln sich Wälder, Felder und kleine Dörfer ab. Der Almindingen ist Bornholms größter Wald. Dort stehen Dänemarks vierthöchste Erhebung, der Rytterknægten, und die Ruine der Burg Lilleborg. Wanderwege führen durch das Gebiet, vorbei an Bächen und bemoosten Felsbrocken. Im Herbst färbt sich der Wald rot und gelb, im Frühling blühen Anemonen am Wegesrand.
Praktisches
Auf Bornholm zahlt man mit dänischen Kronen. Karten werden überall akzeptiert, Bargeld braucht man nur selten. Die meisten Geschäfte und Restaurants haben außerhalb der Saison verkürzte Öffnungszeiten oder schließen ganz. Wer im Winter kommt, sollte sich vorher informieren, was geöffnet ist. Die Insel hat ein gut ausgebautes Radwegenetz, das alle größeren Orte miteinander verbindet. Fahrräder kann man in Rønne und anderen Orten mieten. Autofahren ist unkompliziert, die Straßen sind gut ausgebaut und selten überlastet. Parken ist in den meisten Orten kostenlos oder sehr günstig.
Bild: Socket0, Wikimedia Commons (CC0)

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