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Über die Öresundbrücke nach Dänemark: Was die Überfahrt wirklich kostet

Die Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö ist für viele Skandinavienreisende der schnellste Weg nach Dänemark und weiter nach Schweden. Doch die Maut hat es in sich: Seit Mai 2026 zahlt man an der Mautstation für einen PKW bis sechs Meter 520 DKK, umgerechnet rund 70 Euro — für eine Fahrt. Kein Wunder, dass die Brücke als teuerste Mautverbindung Europas gilt.

Wer regelmäßig fährt, braucht ØresundGO

Wer öfter über die Brücke pendelt oder mehrere Dänemarkaufenthalte pro Jahr plant, sollte sich ØresundGO genauer ansehen. Der Rabattvertrag kostet eine Jahresgebühr von 370 DKK und senkt den Preis pro Überfahrt auf 182 DKK, rund 25 Euro (Stand September 2026, Øresundsbron) — gegenüber dem Normaltarif etwa 65 Prozent weniger. Die Jahresgebühr hat sich bereits bei einer Hin- und Rückfahrt amortisiert. Das System funktioniert per automatischer Nummernplattenerkennung: Man fährt durch die grüne Spur, die Schranke öffnet sich, fertig. Ein Vertrag lässt sich auf mehrere Fahrzeuge eines Haushalts anwenden; die genauen Regeln für Wechsel und gleichzeitig aktive Kennzeichen stehen auf der Seite der Öresundbrücke. Der Vertrag wird über die offizielle Website der Öresundbrücke abgeschlossen.

Für gelegentliche Fahrten reicht die Kreditkarte an der Mautstation. An der Öresundbrücke ist Barzahlung in dänischen oder schwedischen Kronen möglich. Wer vorher online bucht, spart gegenüber dem Preis an der Mautstation.

Die Fähre Rødby–Puttgarden als günstigere Option?

Die klassische Route über die Scandlines-Fähre zwischen Puttgarden und Rødby erscheint auf den ersten Blick günstiger. Die Überfahrt dauert 45 Minuten, hinzu kommen An- und Abfahrtszeiten. Der Online-Preis ist günstiger als der Hafenpreis, da Scandlines am Hafen eine Handling Fee erhebt.

Interessant sind Kombiangebote: Scandlines bietet ein Kombiticket an, bei dem die Maut der Öresundbrücke bereits enthalten ist — oft günstiger als beide Strecken einzeln zu buchen. Für Urlauber, die Zeit haben und das maritime Erlebnis schätzen, bleibt die Fähre eine solide Alternative. Wer auf dem Weg an die dänische Nordseeküste ist, für den ist die Fährverbindung ohnehin die kürzere Strecke.

Weitere Fährverbindungen im Überblick

Neben Puttgarden–Rødby gibt es weitere Fährverbindungen zwischen Deutschland und Dänemark, die je nach Startpunkt interessant sein können. Die Route Rostock–Gedser verkürzt die Anreise aus Ostdeutschland erheblich und bringt Reisende direkt nach Falster, von wo aus es etwa 1,5 Stunden bis Kopenhagen sind. Die Überfahrt dauert etwa zwei Stunden. Aus Süddeutschland oder der Schweiz führt kein Fährweg sinnvoll nach Dänemark — hier ist die Landroute über Flensburg oder Puttgarden praktisch immer schneller.

Wer aus Norddeutschland oder den Niederlanden kommt, sollte auch die Fährverbindung Frederikshavn–Göteborg im Blick haben. Sie eignet sich besonders für Rundreisen, die sowohl Dänemark als auch Schweden einschließen. Die Überfahrt dauert zwischen drei Stunden und 15 Minuten und drei Stunden und 35 Minuten und lässt sich gut mit einem Aufenthalt in Nordjütland kombinieren. Anders als die Öresundbrücke bieten Fähren den Vorteil, dass man die Reisezeit zum Ausruhen oder Essen nutzen kann — gerade mit Kindern ein nicht zu unterschätzender Komfort.

Maut und Zahlungsmöglichkeiten im Vergleich

Ein wichtiger Unterschied zwischen Brücke und Fähre liegt in der Zahlungsabwicklung. Während die Öresundbrücke mit ihrer automatischen Mautstation auf Kreditkarte oder das ØresundGO-System setzt, läuft die Buchung bei Fähren häufig über Vorabreservierung. Scandlines akzeptiert neben Online-Zahlung auch Kartenzahlung am Hafen. Wer spontan reist, sollte bedenken, dass die Fährpreise bei kurzfristiger Buchung oft deutlich höher liegen als bei Vorauszahlung. Für Budgetreisende kann das den Unterschied machen: Die Fähre belohnt Planung, die Brücke lässt sich auch spontan nutzen, wer aber vorab online bucht, spart einige Euro gegenüber dem Preis an der Mautstation.

Für welche Reiseziele sich welche Route lohnt

Die Wahl der Route hängt stark vom Reiseziel ab. Wer nach Kopenhagen, Seeland oder Richtung Schweden will, ist mit der Öresundbrücke schneller unterwegs. Die Brücke bringt einen direkt in die Metropolregion und spart Zeit gegenüber der Fährüberfahrt samt Wartezeit. Für Ziele in Jütland oder an der Westküste ist dagegen die Fähre Puttgarden–Rødby die logischere Wahl: Sie liegt verkehrsgünstig für die Weiterfahrt Richtung Norden und Westen. Die Zeitersparnis der Brücke verpufft, wenn man anschließend quer durch Seeland und über den Großen Belt fahren muss.

Auch für Städtereisen macht die Routenwahl einen Unterschied. Wer mehrere Tage in Kopenhagen verbringt und das Auto ohnehin stehen lässt, für den relativiert sich die Maut pro Reisetag. Kombiniert man die Hauptstadt mit einem Abstecher nach Malmö oder ins schwedische Schonen, zahlt sich die Brücke gleich doppelt aus. Wer hingegen einen Roadtrip durch Dänemark plant und verschiedene Regionen ansteuert, sollte die Fährroute in die Gesamtkalkulation einbeziehen.

Fazit: Geschwindigkeit oder Gelassenheit

Ob sich die Öresundbrücke lohnt, hängt von den eigenen Prioritäten ab. Wer Geschwindigkeit schätzt und mehrfach im Jahr fährt, spart mit ØresundGO Zeit und Geld. Wer entspannt reist und die Strecke einmalig zurücklegt, findet mit der Fähre eine gemütlichere Variante. Die Brücke selbst bleibt, was sie ist: eine technische Meisterleistung mit stolzem Preis.

Bild: Nick-D, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

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