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Zehn dänische Gerichte, die man probiert haben sollte

Wer Dänemark kennenlernen will, muss auch seine Küche kennenlernen. Nicht die Neue Nordische Küche der Sternerestaurants, sondern das, was auf normalen Tellern landet. Was Dänen seit Generationen essen, was sie an Imbissbuden bestellen und was sie an Sonntagen zubereiten. Hier sind zehn Gerichte, die zu Dänemark gehören wie der Wind an der Nordsee.

Smørrebrød – Das Butterbrot als Kunstform

Das Smørrebrød ist kein einfaches belegtes Brot. Es ist eine Scheibe dunkles Roggenbrot, auf der sich Schichten aus eingelegtem Hering, Roastbeef, Eiern, Garnelen oder Leberpastete stapeln. Dazu kommen Remoulade, Zwiebeln, Kapern, frische Kräuter. Die Kunst liegt in der Balance: knuspriges Brot, cremige Sauce, salziger Fisch. Ursprünglich ein Arbeiteressen aus dem 19. Jahrhundert, hat das Smørrebrød in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt. In Kopenhagen gibt es Restaurants, die nur Smørrebrød servieren, mit Belägen, die traditionell beginnen und modern enden. Die klassische Frokost startet mit Fischvarianten, begleitet von einem Glas Snaps, und endet mit Fleisch. Das Smørrebrød ist Alltagsessen und Festmahl zugleich.

Stegt flæsk med persillesovs – Das Nationalgericht

2014 wählten die Dänen ihr Nationalgericht: Stegt flæsk med persillesovs. Gebratener Schweinebauch mit Petersiliensauce. Kein Sternegericht, keine Innovation. Einfach dünne Scheiben Schweinebauch, gesalzen und in der Pfanne gebraten, bis sie knusprig sind. Dazu eine helle Mehlschwitze mit Milch, frischer Petersilie und einer Prise Muskat. Auf dem Teller landen gekochte Kartoffeln und eingelegte rote Beete. Das Gericht ist ehrlich, direkt und ohne Umschweife. Es schmeckt nach Kindheit, nach Sonntagessen, nach dänischer Normalität.

Frikadeller – Fleischbällchen mit Tradition

Frikadeller sind die dänischen Fleischbällchen, aber sie sind flacher als ihre schwedischen Verwandten und würziger als deutsche Buletten. Hackfleisch, meist Schwein, wird mit Zwiebeln, Eiern, Mehl und Brotkrümeln vermengt, zu ovalen Kugeln geformt und in der Pfanne goldbraun gebraten. Sie werden mit Kartoffeln und brauner Sauce serviert, manchmal mit eingelegten Gurken. Frikadeller sind Alltagsessen und Partyessen, Kindergeburtstag und Familienfeier. Sie gehören zur dänischen Küche wie Butter aufs Brot.

Pølse fra Pølsevogn – Der dänische Hot Dog

Am 18. Januar 1921 standen die ersten sechs Pølsevogne auf den Straßen Kopenhagens. Seitdem gehören die mobilen Würstchenstände zum dänischen Stadtbild. Im Zentrum steht die rød pølse, die rote Schweinewurst, gekocht und leuchtend rot. Sie ist länger als das Brötchen, das ist Gesetz. Dazu kommen Remoulade, Senf, Ketchup, knusprige Röstzwiebeln und eingelegte Gurken. Der dänische Hot Dog ist keine schnelle Mahlzeit, sondern eine Institution. Man steht am Pølsevogn, bestellt auf Dänisch, bekommt die Wurst in die Hand und isst im Stehen. Das gehört dazu.

Rødgrød med fløde – Das unaussprechliche Dessert

Rødgrød med fløde ist das Dessert, an dem sich Ausländer die Zunge verrenken. Die drei Wörter mit ihren weichen Ds sind ein Sprachtest. Aber das Dessert selbst ist einfach: rotes Fruchtkompott aus Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren oder Brombeeren, eingedickt mit Stärke, serviert mit frischer Sahne. Warm oder kalt, süß und fruchtig. Rødgrød schmeckt nach Sommer, nach dänischen Gärten, nach Beeren, die man selbst gepflückt hat. Es ist ein Dessert ohne Schnickschnack, bei dem die Frucht im Mittelpunkt steht.

Flæskesteg – Der Sonntagsbraten

Flæskesteg ist der dänische Schweinebraten mit knuspriger Schwarte. Das Geheimnis liegt in der Vorbereitung: Die Schwarte wird eingeritzt, gesalzen und bei hoher Hitze geröstet, bis sie aufplatzt und knusprig wird. Darunter bleibt das Fleisch saftig. Serviert wird der Braten mit Kartoffeln, brauner Sauce und eingelegten Gurken. Flæskesteg ist Sonntagsessen, Weihnachtsessen, Festessen. Es braucht Zeit und Geduld, aber das Ergebnis ist unverwechselbar dänisch.

Æbleskiver – Runde Teigkugeln zur Weihnachtszeit

Æbleskiver sind runde Teigbällchen, die in speziellen Pfannen gebacken werden. Der Teig ähnelt Pfannkuchenteig, wird aber in halbkugelförmigen Vertiefungen gebacken und während des Backens gedreht, sodass perfekte Kugeln entstehen. Traditionell werden sie in der Weihnachtszeit serviert, mit Puderzucker bestäubt und mit Marmelade. Dazu trinkt man Glögg, den dänischen Glühwein. Der Name bedeutet wörtlich Apfelscheiben, obwohl heute kaum noch Äpfel verwendet werden. Æbleskiver sind keine Alltagsspeise, sondern gehören zur dänischen Weihnachtstradition.

Leverpostej – Leberpastete aufs Brot

Leverpostej ist die dänische Leberpastete, eine cremige Masse aus Schweineleber, Schweinefett, Zwiebeln und Gewürzen. Sie wird kalt auf Roggenbrot gestrichen, dazu kommen knusprig gebratene Speckwürfel, eingelegte Gurken oder rote Beete. Leverpostej ist ein klassisches Smørrebrød-Topping, aber auch ein einfaches Pausenbrot. Die Pastete schmeckt kräftig, salzig, nach Leber eben. Sie ist nichts für zarte Gemüter, aber ein fester Bestandteil der dänischen Brotkultur.

Risalamande – Der Weihnachtsnachtisch mit Mandel

Risalamande ist der dänische Weihnachtsnachtisch: kalter Milchreis mit gehackten Mandeln, Vanille und geschlagener Sahne, serviert mit warmer Kirschsauce. In der Schüssel versteckt sich eine ganze Mandel, und wer sie findet, bekommt ein kleines Geschenk, die Mandelgave. Das Dessert ist cremig, süß und von der Kirschsauce durchzogen. Risalamande wird am Heiligabend serviert, nach dem Essen, wenn alle am Tisch sitzen und nach der Mandel suchen.

Rugbrød – Das dunkle Brot

Rugbrød ist kein Gericht, sondern die Grundlage vieler Gerichte. Das dunkle Roggenbrot ist dicht, saftig und leicht säuerlich. Es wird aus Vollkornroggen, Sauerteig und oft Sonnenblumenkernen oder Leinsamen gebacken. Rugbrød hält mehrere Tage, wird in dünne Scheiben geschnitten und ist die Basis für jedes Smørrebrød. Die Dänen essen Rugbrød zum Frühstück, zum Mittagessen, als Snack. Es ist das Brot, das Dänemark zusammenhält.

Diese zehn Gerichte erzählen von Dänemark, wie es isst. Keine Experimente, keine Fusionen, nur das, was auf den Tisch kommt, wenn Dänen kochen. Und genau das macht sie so dänisch.

Bild: angermann, Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Bild: Nillerdk, Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

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