Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen
Kopenhagen ist kompakt genug, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in drei, vier Tagen zu Fuß oder mit dem Rad abzudecken — und genau das ist der Grund, warum die Stadt so viele Wiederholungsbesucher hat. Nichts liegt weit auseinander, nichts wirkt wie eine Pflichtübung. Dieser Guide zeigt, was sich wirklich lohnt, und was man getrost auslassen kann.
Nyhavn: Das Postkartenmotiv, das hält, was es verspricht
Die bunten Giebelhäuser am alten Hafenbecken sind Kopenhagens meistfotografierter Ort — und anders als bei vielen Über-Instagram-Zielen lohnt sich der Besuch trotzdem. Am besten kommt man früh morgens oder nach 21 Uhr, wenn die Tagesausflügler weg sind und das Licht auf dem Wasser liegt. Die Restaurants direkt am Kai sind touristisch bepreist; ein Kaffee zum Mitnehmen und ein Platz auf der Kaimauer tun es auch.
Tivoli: Kein Freizeitpark wie jeder andere
Der Tivoli existiert seit 1843 und ist damit einer der ältesten Vergnügungsparks der Welt — mitten in der Stadt zwischen Hauptbahnhof und Rathausplatz. Was ihn von anderen Parks unterscheidet, ist die Gestaltung: Gärten, Illumination und Architektur wurden genauso sorgfältig geplant wie die Fahrgeschäfte. Wer Achterbahnen nicht mag, kann trotzdem einen Abend hier verbringen, einfach wegen der Atmosphäre. Wer mit Kindern unterwegs ist: unsere Auswahl an familienfreundlichen Restaurants liegt größtenteils nur wenige Gehminuten entfernt.

Bild: Jakub Hałun, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Schloss Amalienborg und die Wachablösung
Die Residenz der dänischen Königsfamilie besteht aus vier Palais mit klassizistischen Fassaden rund um einen achteckigen Platz — innen Rokoko, das Hauptwerk dieses Stils in Dänemark. Ob die Königsfamilie gerade zu Hause ist, erkennt man an den gehissten Flaggen. Die tägliche Wachablösung um 12 Uhr ist kostenlos und dauert etwa 30 Minuten — kein Muss, aber ein netter Programmpunkt, wenn man ohnehin in der Nähe ist.
Rosenborg: Wo die Kronjuwelen liegen
Wenn Amalienborg zeigt, wie die Königsfamilie heute wohnt, zeigt Rosenborg, woher sie kommt. Christian IV. ließ das Renaissanceschloss ab 1606 zunächst als Lusthaus im Garten errichten; 1624 stand es in seiner heutigen Form. Im Keller liegt der eigentliche Grund für den Besuch: die dänischen Kronjuwelen und die Kronregalien, darunter vier vollständige Schmuckgarnituren. Der Eintritt liegt bei 140 Kronen. Der angrenzende Kongens Have ist Dänemarks ältester königlicher Garten, öffentlich zugänglich und einer der beliebtesten Plätze der Stadt zum Sitzen — ein guter Anschluss an den Museumsbesuch.
Christiansborg: Regierung, Gericht und Königshaus unter einem Dach
Ungewöhnlich für eine westliche Demokratie: In Christiansborg sitzen Parlament, Oberster Gerichtshof, Büro des Ministerpräsidenten und Repräsentationsräume der Königsfamilie im selben Gebäude. Das heutige Gebäude ist das dritte Schloss dieses Namens — und das fünfte Bauwerk an einer Stelle, an der seit Absalons Burg von 1167 durchgehend gebaut wird. Die beiden Christiansborg-Vorgänger fielen 1794 und 1884 Bränden zum Opfer. Der Turm ist kostenlos zugänglich, allerdings mit Sicherheitskontrolle, und bietet einen der besten Ausblicke über die Stadt.
Nationalmuseum: Dänemarks Geschichte an einem Nachmittag
Nur ein paar Schritte von Christiansborg entfernt liegt das Nationalmuseum, und es ist der beste Ort im Land, um zu verstehen, was vor den Wikingern war. Die Höhepunkte sind älter, als die meisten erwarten: die Sonnenwagen-Skulptur aus der Bronzezeit, das Mädchen von Egtved in seinem Baumsarg, der Kessel von Gundestrup — und ein Bogen aus Ulmenholz, der rund 7.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung entstand. Aus der Wikingerzeit stammt Dänemarks schwerster Goldschatz mit 1,8 Kilogramm. Ein Hinweis, weil viele ältere Reiseführer es noch anders schreiben: Der Eintritt ist nicht mehr frei. Erwachsene zahlen 150 Kronen, online 135; unter 18 ist der Besuch kostenlos.
Christiania: Der Freistaat mitten in der Hauptstadt
Seit 1971 existiert dieses selbstverwaltete Viertel auf dem Gelände einer ehemaligen Militärkaserne. Christiania ist bunt, unkonventionell und nach wie vor Gegenstand politischer Debatten in Dänemark — gerade deshalb ein interessanter Kontrast zum geordneten Rest der Stadt. Im April 2024 haben die Bewohner selbst die berüchtigte Pusher Street aufgerissen und den offenen Cannabis-Handel dort beendet, nachdem Bandengewalt eskaliert war. Heute liegt an derselben Stelle im Winter eine öffentliche Eisbahn. Fotografieren ist in einzelnen, deutlich ausgeschilderten Bereichen weiterhin nicht erlaubt — diese Regel wird konsequent durchgesetzt. Sonst ist Fotografieren in Ordnung; Bewohner sollte man vorher fragen.

Bild: Julian Herzog (Website), Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
Strøget und die dänische Designwelt
Die Fußgängerzone zwischen Rathausplatz und Kongens Nytorv gilt als eine der ältesten Europas. Neben den üblichen Ketten lohnt ein Abstecher ins Illums Bolighus am Amagertorv — ein Kaufhaus, das dänisches Wohndesign von Arne Jacobsen bis zu aktuellen Marken auf mehreren Etagen zeigt. Auch ohne Kaufabsicht ein guter Ort, um zu verstehen, warum Dänemark als Designnation gilt.
Rundetårn: Der Turm ohne Treppen
Der Rundetårn steht seit 1642 wenige Gassen nördlich von Strøget und hat eine Eigenheit, die ihn von jedem anderen Aussichtsturm unterscheidet: Statt einer Treppe führt eine breite Wendelrampe nach oben, ursprünglich gebaut, damit schwere Instrumente hinaufgeschafft werden konnten. Oben arbeitet noch immer ein Observatorium — von Oktober bis März ist das Teleskop montags und dienstags abends öffentlich zugänglich, sofern der Himmel klar ist. Der Eintritt kostet 60 Kronen, Kinder und Jugendliche unter 18 gehen kostenlos. Wer schon auf dem Christiansborg-Turm war, hat die bessere Aussicht bereits gesehen und kann sich das sparen — der Rundetårn lohnt eher wegen der Rampe und des Observatoriums als wegen des Ausblicks. Ganz oben wird es allerdings doch noch schmal und steil; mit Kinderwagen oder Rollstuhl ist der Turm nicht zu schaffen.
Tagesausflug: Kronborg in Helsingør
Etwa 45 Minuten mit dem Zug nördlich von Kopenhagen liegt Kronborg, das UNESCO-Welterbe-Schloss, das Shakespeare als Schauplatz für „Hamlet“ diente. Die Festungsanlage ist beeindruckend groß, die Kasematten im Untergeschoss stimmungsvoll düster. Wer noch Zeit hat, kombiniert den Ausflug mit einem Spaziergang durch das hübsche Hafenstädtchen Helsingør.
Was man auslassen kann
Die Kleine Meerjungfrau ist Pflichtprogramm für die meisten Erstbesucher — sollte man aber realistisch einschätzen: Die Bronzestatue ist klein, meist von Menschentrauben umringt, und der eigentliche Wert liegt eher im Symbolischen als im Sehen selbst. Wer knapp bei Zeit ist, kann sie auslassen, ohne etwas Wesentliches zu verpassen.
Praktische Hinweise
Kopenhagen erkundet man am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad — Leihräder gibt es an praktisch jeder Ecke für wenige Euro pro Tag. Die Copenhagen Card lohnt sich rechnerisch nur bei intensivem Museumsprogramm; wer hauptsächlich draußen unterwegs ist, spart sich das Geld. Für die aktuellen Öffnungszeiten und Ticketpreise empfiehlt sich immer ein Blick auf die offizielle Seite der jeweiligen Attraktion, da sich Zeiten saisonal ändern. Wer noch nach einer Unterkunft sucht: unser Guide zu den Kopenhagener Stadtvierteln zeigt, welches Viertel zu welcher Reise passt.
Bild: Dietmar Rabich, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Mehr zu Kopenhagen

6 Kommentare