Wenn die halbe Welt in Kopenhagen Marathon laufen will

80.937 Läufer weltweit wollten am 9. Mai 2027 durch Kopenhagen rennen. 35.000 haben einen Startplatz bekommen. Der Rest geht leer aus. Das zeigt, wie sich Kopenhagen in den vergangenen Jahren als Ziel für Marathonbegeisterte entwickelt hat.

Zum ersten Mal in seiner 47-jährigen Geschichte hat der Copenhagen Marathon die Startplätze per Lotterie vergeben. Der Grund: Im Vorjahr war das Rennen binnen 24 Stunden ausverkauft – wer nicht schnell genug klickte, schaute in die Röhre. Jetzt hatte jeder die gleiche Chance, egal ob am ersten Tag der dreiwöchigen Anmeldefrist oder kurz vor Schluss. Ein fairer Gedanke. Aber einer, der auch offenbart, wie begehrt dieser Marathon geworden ist.

Von 995 Läufern zum globalen Magnet

1980 gingen 995 Läufer beim ersten Copenhagen Marathon an den Start. Damals ein lokales Ereignis, heute ein internationales. Menschen aus 160 Nationen haben sich für 2027 beworben. 2026 liefen 22.000 Menschen mit, 2027 steigt die Kapazität auf 35.000. Die Nachfrage aber liegt weit darüber.

Dorte Vibjerg, Geschäftsführerin von Sparta Atletik & Løb, dem Veranstalter seit der ersten Ausgabe, nennt es gegenüber DR Nyheder einen Wendepunkt: Der Marathon sei mehr als ein Rennen geworden. Kopenhagen gehöre mittlerweile zu den attraktivsten Marathon-Destinationen Europas. Was dahintersteckt, ist eine Mischung aus stadtplanerischer Realität und wachsender Konkurrenz. Während die großen Rennen wie Berlin, London oder New York immer schwerer zugänglich werden, bietet Kopenhagen eine urbane Strecke durch eine überschaubare, schöne Stadt – mit nordischem Flair und guter Erreichbarkeit für Europäer.

Veränderungen in der Teilnehmerschaft

Interessant ist auch, wer sich bewirbt. Der Frauenanteil unter den Bewerbern ist auf 37 Prozent gestiegen – 2026 lag er bei knapp 30 Prozent. Ein Viertel aller Anmeldungen erfolgte über die neue Gruppen-Option, mit der Freunde gemeinsam laufen können. Dies zeigt, dass der Copenhagen Marathon für viele nicht nur sportlicher Wettkampf ist, sondern Erlebnis. Ein Lauf-Wochenende in Kopenhagen, gemeinsam mit Freunden.

Der Preis dafür: 995 Kronen Startgebühr, umgerechnet etwa 133 Euro. Kein Schnäppchen, aber auch kein Luxusevent. Wer keinen Platz bekommen hat, muss warten. Oder sich andere Ziele suchen. Der Copenhagen Marathon jedenfalls hat gezeigt, dass er in der Top-Liga spielt, und dass eine Stadt, die viele als gemütlich wahrnehmen, plötzlich zum Sehnsuchtsort für Läufer aus aller Welt wird. Nicht trotz ihrer Überschaubarkeit – sondern genau deswegen.

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